Mara Schindler
Tiefseetaucherin

listen to the rain


Es ist an der Zeit, dieser Farce ein Ende zu setzen. 
  So möcht ich beginnen, ganz resolut u Frau der Lage. Kurz anskizzieren, wie ich den Finck zerrupfte u erhobenen Hauptes den Plenarsaal verließ, das versiffte Folterkämmerchen. Alles nur Kopfsache nämlich. Doch das sagt sich so leicht.
  Der erste Augusttag. Geschorene Wiesen, knisterndes Heu. Die Weiden erstarrt. Windstille Nächte. Fledermausflügelschläge kreisen über mir wie kleine Helikopter. Ich schließe das Fenster.
  Gestern floh ich die Hochsommerträgheit: mit dem Rad hügelauf, hügelab, das zwingt mich zum Atmen. Siehst du, ich atme, das ist, was ich tue, atmen. Dann in den See.
  Noch gibt es Schwalben. Unter einem sommergrauen Himmel. Gleitender Flug, pfeilschnelle Bögen, einen anderen Rhythmus suchend, den ihnen der Hunger vorgibt. Alles geschieht aus Hunger bei den Tieren. Beim Menschen geschieht alles aus Gier.
  Doch nicht über den Menschen schreiben will ich. Sondern über das, was mich hält.
  Jetzt kommen die Stare. Bei ihnen ist alles abgesprochen. Sie brauchen einander, weil sie den Habicht fürchten.
  Der Flug der Schwalben ist ohne Angst.
    Schreiben möcht ich, wie mir der Schnabel gewachsen ist.



  listen to the rain
  forget your brain and pain
  it is all in vain
  listen to the rain



HANGMAN (ZOOLOGIE III)

SOLANGE DER ZAUNKÖNIG ZUSCHAUT
IST ES UNTERHALTUNG
MAHNTE DER WEBERKNECHT U
VERSCHWAND IN DER ZUSCHAUERMENGE





FUCK MACHINE

SOMEONE FORGOT
TO PAY THE BILL
AGAIN


Aodhán

Es ist immer alles Anfang.
Es bleibt immer alles Schmerz.
Zwinkernden Auges in den Abgrund gemobbt, robb ich zurück zentimeterweis, ertasten meine Fingerkuppen jenen Klippenrand, auf dem mal SPRUNGBRETT stand ins Zwielicht, das sie ZUKUNFT nannten: Try a little longer / Love a little harder / Caress your shame / Just call it game / Daredevil


OWNERSHIP FOR DUMMIES

I'VE RAPED THAT WOMAN
AND THAT CHILD IS MINE






  schon mischen sich goldene stimmen ein. wenn die nacht am tiefsten, ist der morgen nicht weit. düster die filme hinter der erscheinung, hinter dem höflichsein.
  ich habe eine idee, aodhán. weißt du noch, wie der nachmittag aus den pyrenäenbergen floss? das ist immer bei mir, als wär ein teil von mir dort. landschaften der seele gibt es, die klingen wie ein gedicht, lass dich forttragen, ich habe erzählt, wie das geht. (ich hatte schon einmal recht, siehst du, ich bin gar nicht dumm.)
  meine idee trägt einen duft, der geheim ist.
die schlimmen erkenntnisse kann ich noch immer nicht aushalten. weder gewöhn ich mich an sie, noch kräftigen sie mich. 
wie haben sie mit mir gespielt, ohne dass ich mich wehren konnte, aodhán! das, was mir blieb (mein schreiben) hetzten sie gegen mich ...
  wenn die tür schreit, denk ich ans grün. 
sie wollen, dass ich den kondor verkaufe. dabei war er nie für den verkauf gemacht. zeigen sollte er, was wirklich ist. nichts war je für den verkauf gemacht in meinem leben. ich habe sie immer gewarnt: meine sachen verkaufen sich nicht, habe ich gesagt, meine sachen kann ich nur verschenken.
 trotzdem brauch ich mehr geld. meine idee braucht geld. ich brauche geld, um mich verschenken zu können. das gefällt mir, aodhán, ist das nicht schön?